Common Ridings
Die Common Ridings in Schottland: das kulturelle Erbe einer Region
Jeden Sommer kommen in der Region Scottish Borders im Süden Schottlands tausende Menschen zusammen, um gemeinsam eine über Generationen weitergegebene Tradition zu zelebrieren: die Common Ridings. Diese Form der Pferdeprozession ist eine der ältesten der Welt. Sie geht auf den jahrhundertealten Brauch zurück, zu Pferd durch die Gebiete der Clans zu patrouillieren, um sicherzustellen, dass das Land „safe oot, safe in“ ist – sicher außerhalb der Stadtgrenzen und sicher innerhalb der Stadt.
Im 13. und 14. Jahrhundert diente dies im von Konflikten geprägten Grenzland entlang der schottisch-englischen Grenze zunächst der Verteidigung. Daraus entwickelte sich mit der Zeit ein Ausdruck kollektiver Erinnerung in Form von jährlichen Feierlichkeiten, die an diese Tradition anknüpfen. Jede Stadt bestimmt in einer Versammlung einen (manchmal zwei) Reiter, die als Vertreter zu den Ridings der Nachbarstädte reiten. Damit pflegen die Städte Verbindungen untereinander und stärken ein solidarisches, regionales Gemeinschaftsgefühl.
Die Kriege und die Gewalt, die dieses Ritual ursprünglich unerlässlich machten, gehören glücklicherweise längst der Vergangenheit an. Inzwischen ist es ein kraftvoller Akt des Gedenkens zur Bewahrung der Geschichten, Werte und Identitäten, die in dieser Region entstanden sind. Heute ist es an der jüngeren Generation, diese Tradition zu erhalten. Junge Reiter, Standartenträger und Zeremonienmeister übernehmen die Rollen ihrer Vorfahren und werden so zu Bewahrern des Erbes einer der reichsten lebendigen Kulturlandschaften Schottlands.
Die Common Ridings sind keine historischen Inszenierungen, sondern gelebte Tradition, die die Vergangenheit in die Gegenwart trägt. Die Bräuche bewahren die Erinnerung an die Geschichte der Scottish Borders als Grenzregion, indem sie jeder neuen Generation an Reitern und engagierten Persönlichkeiten anvertraut wird. Das reiche kulturelle Erbe, das in der eindrucksvollen Landschaft der schottischen Highlands lebt, soll so weiter bestehen. Dieser Reichtum zeigt sich in Details: Jeder Kilt, jede Jacke, jede Schärpe und jede Fahne trägt ihre eigenen Symbole, Farben und Wappen – Jahrhunderte an Geschichte, Ortsverbundenheit und lokaler Identität werden so sichtbar.
Letzten Monat führten an einem lauen Freitagabend im 10.000-Einwohner-Städtchen Galashiels die beiden diesjährigen Vertreter der Stadt, der „Braw Lad“ und die „Braw Lass“, einen Reel auf, einen schottischen Volkstanz. Der 18-jährige Ruaridh Anderson und die 25-jährige Chloe Logan traten dabei vor zahlreichen betagten Einwohnern auf, von denen sich viele noch an eine Zeit erinnern, als solche Tanzabende wöchentlich stattfanden. Die Reels, früher ein zentraler Bestandteil des sozialen Lebens, sind eine der Traditionen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Viele junge Menschen, denen der Erhalt dieser Traditionen anvertraut wurde, müssen sich jedoch gleichzeitig schwierigen Bedingungen stellen: schlechte Berufsaussichten in der Region und steigende Lebenshaltungskosten zwingen viele, sich andernorts nach Arbeit und Ausbildungsmöglichkeiten umzusehen. Während daher viele in die größeren Städte oder sogar noch weiter abwandern, gibt es auch jene, die bleiben oder nach einer Zeit wieder zurückkommen – angezogen von der starken Gemeinschaft, familiären Verbindungen und dem ruhigeren Lebensstil.
Nicole Tungs Erfahrung mit der SL3-P
„Das Fotografieren mit der SL3-P war wirklich eine transformative Erfahrung. Durch ihre Präzision hat sich mein Arbeitsablauf deutlich verbessert, bei einer gleichzeitig vollkommen intuitiven Bedienung. Ich fotografiere oft Situationen, die von schnellen, fließenden Bewegungen geprägt sind und die SL3-P spielt dabei optimal mit. Die Kamera erkennt und verfolgt Motive unglaublich schnell. Damit konnte ich mich auf die Bildkomposition konzentrieren und ganz im Moment bleiben, während ich eine der weltweit ältesten Reiterprozessionen fotografierte.“
„Es ist nicht ein herausragendes Feature, das die Kamera für mich ausmacht, sondern das Gesamtpaket. Nirgendwo wurden Kompromisse eingegangen. Die satten Farben wie schon bei den früheren SL-Modellen, das verbesserte Tracking dieser neuen Kamera und die tolle Performance bei wenig Licht – all das fügte sich ganz natürlich in die Art ein, wie ich mich bewege, sehe und fotografiere."
Jetzt, wo ich mit der SL3-P fotografiert habe, hätte ich am liebsten immer eine so zuverlässige Personenerkennung. Sie passte nahtlos zu der Art und Weise, wie ich bereits arbeite, und ermöglichte es mir, immer nah an der Geschichte bleiben.“
Nicole Tungs Ausrüstung
Über Nicole Tung
Nicole Tung ist eine freiberufliche Fotojournalistin, geboren in Hongkong. Im Jahr 2009 machte sie ihren Abschluss an der New York University. Bei ihrer Arbeit befasst sie sich häufig mit den am schwersten von Krieg und Konflikt Betroffenen. Nicole Tung fotografiert regelmäßig für die New York Times, das Harper’s Magazine, die Washington Post, Le Monde und andere. Seit 2010 hat sie einige der bewegendsten Momente der aktuellen Zeitgeschichte festgehalten: den Arabischen Frühling, die Pro-Demokratie-Proteste in ihrer Heimat Hongkong, die anhaltend steigende Zahl von Femiziden in der Türkei, den Krieg in der Ukraine sowie das Zusammenspiel von Menschenrechten, Umweltzerstörung und geopolitischen Konflikten in Südostasien.
Nächster Stopp: Die SL3-P im Detail
Auch Leica Trainer Robin Sinha war mit der SL3-P am Nürburgring unterwegs. Dort, wo Präzision, Handwerk und Höchstgeschwindigkeit alles entscheiden, drehte er drei Video-Runden: Vorstellung der Vollformatkamera im Detail, Erklärung der Videofunktionen sowie Konnektivität und Workflow. Darin zeigt er auch, was die SL3-P zur bis dato komplettesten Kamera im SL-System macht.