“Ich versuche das Leben so einzufangen, wie ich es sehe.”
So sehe ich: Tokio in Schwarz-Weiß
Der in New York lebende Street-Fotograf Phil Penman kehrt Jahr für Jahr nach Tokio zurück. Die Energie der Stadt erinnert ihn an New York, doch besonders die Mode und das unverwechselbare Flair üben eine starke Anziehungskraft auf ihn aus. Fasziniert beobachtet er die Menschen, an denen die Welt vorbeizuziehen scheint, und die ständige Bewegung, die um sie herum ist. In einer Zeit, in der Bilder generiert und Realität simuliert werden können, bleibt seine Fotografie ein Weg, flüchtige Augenblicke zu bewahren, die nur ein einziges Mal geschehen und sich nie wiederholen.
Diese Story ist Teil unserer „Tokyo-Street“-Reihe. Melden Sie sich für unseren Newsletter an und entdecken Sie weitere Fotografinnen und Fotografen dieser Serie.
Der Sog der Straße
Phils Laufbahn begann in der Pressefotografie. Aufträge, Agenturarbeit, Shootings mit Prominenten und Jahre im schnellen Takt aktueller Geschichten lehrten ihn, blitzschnell zu reagieren. Zögern bedeutete, den Moment zu verlieren.
Die Street-Fotografie wurde für ihn zu einer Möglichkeit, für sich selbst zu fotografieren. Die Jagd nach Presseaufträgen hat er hinter sich gelassen, doch diese Haltung prägt seine Arbeit bis heute. Sobald er in einer fremden Stadt ankommt, beginnt er sofort zu fotografieren. Denn mit wachsender Vertrautheit der Umgebung verblassen jene Details, die ihn bei seiner Ankunft noch fasziniert haben.
Vom Straßenporträt bis zur reduzierten grafischen Szene, von schnellen Bewegungen bis zu stillen Details bleibt sein Ansatz derselbe: einen einzigen Augenblick aus dem Trubel der Stadt herauszulösen.
“Der Betrachter soll nicht rätseln, was geschieht. Er soll genau erkennen, was ich ihm zeige.”
Phil Penman
Im Fluss der Stadt
Tokio gilt vielen als Stadt der Farbe, für Phil ist sie jedoch wie geschaffen für Schwarz-Weiß. Die Mode und das rastlose Tempo der Straßen fügen sich ganz natürlich in seinen fotografischen Stil ein. Immer wieder zieht es ihn hin zu Orten wie der Shinjuku Station, dem belebtesten Bahnhof der Welt, und zu dem unaufhörlichen Strom an Menschen, der sich dort Tag für Tag durch die Gänge bewegt.
Häufig arbeitet er mit langer Verschlusszeit und nutzt die Bewegung, um den Betrachterinnen und Betrachtern das Gefühl zu vermitteln, sie liefen an seiner Seite. Mal huschen Gestalten vorbei wie Schemen. Mal zieht er die Kamera mit einer einzelnen Person mit, die gestochen scharf bleibt, während alles ringsum in Bewegung verschwimmt.
“Tokio hat dieses rastlose Tempo. Ein bloßes Standbild wird dem nicht gerecht.”
Phil Penman
Über Phil
Phil Penman wurde in Großbritannien geboren und lebt heute in New York. Als Street-Fotograf wurzelt seine Arbeit im dokumentarischen Erzählen.
Seine Beziehung zur Fotografie begann lange, bevor sie zum Beruf wurde. Zu Hause brachte ihm sein Vater bei, wie man Schwarz-Weiß-Film entwickelt und vergrößert. Die Dunkelkammer wurde zu einem Ort der Faszination: Licht, Kontrast, Korn, Papier und das langsame Erscheinen eines Bildes. Schwarz-Weiß ist für ihn mehr als eine visuelle Handschrift. Es ist eine Rückkehr zum Anfang.
Der Weg, der folgte, war intensiv: Schon als Jugendlicher stieg er in die Pressebranche ein und schärfte sein Handwerk über Jahre der Auftragsfotografie. Später entfernte ihn der Druck durch Agentur- und Prominentenarbeit weit von der schlichten Freude, die ihn einst zur Fotografie geführt hatte. Die Street-Fotografie wurde zu seinem Weg zurück: gehen, beobachten und wieder für sich selbst fotografieren.
Diese rastlose Haltung ist geblieben. Erfolge werden gefeiert, doch nie als Endpunkt verstanden. Die Frage lautet stets, was als Nächstes kommt, wie er wachsen und seine Arbeit noch stärker machen kann.
Phils Ausrüstung
Das richtige Werkzeug für jeden Moment
Phil ist die Street-Fotografie nie auf konventionelle Weise angegangen. Der Philosophie „eine Kamera, ein Objektiv“ ist er nie gefolgt. Seine Jahre in der Pressefotografie lehrten ihn, mehrere Kameras mit jeweils unterschiedlichem Objektiv bei sich zu tragen, um stets bereit zu sein. Genau diese Herangehensweise prägt seine Arbeit auf der Straße bis heute.
Jede Szene verlangt etwas anderes. Ein Weitwinkelobjektiv für die Nähe, eine längere Brennweite für Distanz und Verdichtung. Durch die Arbeit mit zwei Kameras kann er unmittelbar auf Situationen reagieren, ohne den Moment durch einen Objektivwechsel zu verlieren.
Sein aktuelles Setup umfasst die Leica M EV1 und die Leica M11 Monochrom, oft kombiniert mit dem Leica Noctilux-M 1:0,95/50 ASPH.
Für ihn bedeutet Ausrüstung schlicht, die richtige Leica für jeden Moment zur Hand zu haben.
“Das Schönste ist, wenn jemand sagt: Danke, dass Sie mich gesehen haben.”
Phil Penman
“Darauf habe ich seit Jahren gewartet.”
Phil Penman
Das M-Erlebnis neu gedacht – mit der M EV1
Phil fotografiert seit über 20 Jahren mit Messsucherkameras, und die Leica M EV1 eröffnet ihm neue Möglichkeiten. Gerade bei Objektiven, die höchste Präzision verlangen, etwa dem Leica Noctilux-M 1:0,95/50 ASPH., ermöglicht der elektronische Sucher in der M EV1 sicheres Fokussieren. Bilder lassen sich direkt vorab in Schwarz-Weiß betrachten, die Schärfe sicher bewerten und selbst schnelle Straßenszenen gelingen ganz ohne zusätzliches Zubehör.
Auch Weitwinkelobjektive werden deutlich flexibler einsetzbar. Das gesamte Bildfeld ist leichter zu erfassen als mit einem klassischen Messsucher. Zudem ermöglicht die Vergrößerungsfunktion eine exakte Schärfekontrolle, bis ins kleinste Detail, etwa auf das Auge. Phil wechselt nahtlos zwischen der M EV1 und der Leica M11 Monochrom. So wird die M EV1 zur natürlichen Erweiterung seines Portfolios.
Moderne Werkzeuge ersetzen nicht den Instinkt. Schnelleres Fokussieren, präziser Bildausschnitt und unmittelbare Reaktion helfen dabei, noch näher am entscheidenden Moment zu bleiben. Zugleich tragen eingebettete Content Credentials dazu bei, die Urheberschaft der Bilder zu schützen, wenn diese online geteilt und weiterverbreitet werden.
M-Kameras: Der Inbegriff von Street Photography
Die Leica M gilt seit Langem als die Street-Photography-Kamera schlechthin. Sie ist weit mehr als nur ein Apparat, der Fotos aufnimmt – sie wurde geschaffen, um den Blick zu schärfen. Die manuelle Bedienung, das schlichte Design und die Größe der Kamera ermöglichen intuitive Aufnahmen. So können sich Fotografen auf Ihre Umgebung konzentrieren und sich darin ganz natürlich bewegen. Über Jahrzehnte sind M-Kameras zum Inbegriff von Street Photography geworden. Sie erlauben es Ihnen, Momente so greifbar festzuhalten, wie kaum eine andere Kamera.
Phil Penman ist zu Gast bei How I See: Der Leica Podcast