LOBA Women Grant
Der neue LOBA Women Grant startet 2026 im Rahmen des Leica Oskar Barnack Awards (LOBA). Die neue Kategorie zur Projektförderung richtet sich explizit an Fotografinnen.
Mit dem LOBA Women Grant erhalten Fotografinnen die Möglichkeit, eine neue Bildserie zu realisieren, die im Kontext des LOBA vorgestellt werden wird. Mit den Erfahrungen des bisherigen Leica Women Foto Project Awards, der 2019 von Leica Camera USA ins Leben gerufen wurde, stellt sich der neue LOBA Women Grant nun international auf. Im Bewusstsein des anhaltenden Ungleichgewichts zwischen den Geschlechtern im Bereich der Fotografie wird mit dem LOBA Women Grant für Anerkennung und Sichtbarkeit von Fotografinnen weltweit gesorgt.
Gewinnerin LOBA Women Grant
Valentina Sinis: The Last Butterflies
Der erstmals vergebene LOBA Women Grant 2026/2027 ermöglicht der italienischen Fotografin die Fortführung ihres Langzeitprojekts im irakischen Kurdistan. Sinis begleitet kurdische Guerillakämpferinnen, die weitab ihrer Familien in den Bergen zwischen dem Irak und dem Iran leben und trainieren. Die sensible Dokumentation geht weit über die politische Thematik des bewaffneten Widerstands hinaus und beschäftigt sich mit einer zutiefst menschlichen Dimension und greift Fragen von Geschlechterrollen, Solidarität und Opferbereitschaft auf. Denn neben dem Kampf setzen sich die Frauen auch für die Förderung von Gleichstellung ein, für ökologisches Bewusstsein und für den Erhalt der kurdischen Sprache und Kultur. Die Frauen bezeichnen sich selbst als „letzte Schmetterlinge“ und greifen dabei auf eine Parabel zurück: Drei Schmetterlinge brechen auf, um ein Feuer zu untersuchen. Der erste berichtet von Helligkeit, der zweite von Wärme, der dritte kehrt nicht zurück. Wahrheit erfordert Opfer – diese Lehre ziehen die kämpfenden Kurdinnen aus dieser Parabel. Die Ergebnisse des von Sinis neu erarbeiteten Kapitels werden mit dem LOBA im nächsten Jahr präsentiert.
Im Mittelpunkt stehen kurdische Frauen, die ihre Heimat verlassen haben, um sich dem bewaffneten Widerstand anzuschließen. Anhand von Porträts, Landschaften und verlassenen Orten untersucht die Fotografin in einem neuen Kapitel, wie der Kampf die Bindungen an Land und Familie sowie die Zugehörigkeit formt und verändert, und offenbart die menschlichen Kosten des Engagements der Kämpferinnen.
Die italienische Fotografin Valentina Sinis lebt und arbeitet zwischen China, dem Irak und Italien. Mit ihren außergewöhnlichen Arbeiten nähert sie sich Alltagsrealitäten und Menschen, über die in den Medien normalerweise nicht berichtet wird. Ihre Bilder wurden bereits in vielen internationalen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht.
The Last Butterflies‘ schildert eindrücklich die neue Rolle, die Frauen seit einiger Zeit im Krieg einnehmen. Bilder, die in einer klaren und berührenden Weise zeigen, wie sie gemeinsam für ihr Land kämpfen, ohne Männer. Es ist wichtig, dass Valentina Sinis dieses Projekt vervollständigen und weiterführen kann.
Karin Rehn-Kaufmann, die als Art Director und Generalbevollmächtigte der Leica Galerien International auch den LOBA leitet
Der LOBA Women Grant richtet sich an professionell arbeitende Fotografinnen ab 21 Jahren, die sich direkt für die Förderung bewerben können. Nach der Einreichungsphase wählt die LOBA-Jury eine der Kandidatinnen aus und ermöglicht ihr die Fertigstellung ihrer Serie bis zur nächsten LOBA-Runde im folgenden Jahr. Die Serie des LOBA Women Grants wird dann Teil der LOBA-Shortlist sein.
Dotiert ist der LOBA Women Grant mit 10.000 Euro; zusätzlich erhält die ausgewählte Bewerberin eine Leica Q-Kamera und wird während der Umsetzungs- und Produktionszeit fachlich begleitet.