80 Jahre Bregenzer Festspielbühnen
Klassiker der Bühnenkunst neu gesehen
Der Fotograf Jan von Holleben experimentierte anlässlich des 80-jährigen Jubiläums des renommierten Klassik-Festivals mit historischen Bühnenmodellen – und schuf fantastische Bildwelten, die ab dem 13. Juni 2026 im Foyer des Bregenzer Festspielhauses zur Ausstellung kommen.
Ausstellung 13.6.2026-23.8.2026
Anlässlich des 80-jährigen Jubiläums der Bregenzer Festspiele präsentiert Jan von Holleben eine neue fotografische Serie zu Bühnenmodellen vergangener Inszenierungen. Die Kamera wird dabei zum Werkzeug eines „Riesen“, der durch die Miniaturwelten jahrzehntealter Bühnenbilder fliegt – eine visuelle Zeitreise, die überraschende Perspektiven auf die Werke und ihre kunstvoll gestalteten Modelle eröffnet.
Jan von Holleben, Collage 01, Bregenzer Festspiele 2026
Wo liegen für dich die Parallelen zwischen einer Bühnenkunst wie der Oper und den inszenierten, komponierten Fotografien, die du machst?
Beide dieser Künste wollen etwas erzählen. Sie wollen eine Bühne für die Interpretationen und Projektionen der Zuschauer bieten. Diese können dann ganz für sich in die verschiedenen Szenen eintauchen, sich umgucken und die verschiedenen Aspekte der Geschichte erfahren.
Du hast mit der Serie eigene, kleine Welten geschaffen, die im Zuge der Ausstellung die Geschichte der Bregenzer Festspiele begehbar machen. Welche Reaktionen wünscht du dir von den Besucher*innen der Ausstellung?
Ich würde mich freuen, wenn die Zuschauer*innen die Stücke, die sie schon gesehen und erlebt haben, noch mal revue-passieren lassen. Sich vielleicht an bestimmte intensive Momente erinnern oder neue Details erkennen, die ihnen bisher unbekannt waren. Ich habe viele der Situation soweit mit Licht und Perspektive verfremdet, daß es für die Betrachter auch eine Suche nach Details sein wird, derer es Unmengen gibt.
Jan von Holleben, West Side Story #01 (2003), Bregenzer Festspiele 2026
Kannst du etwas genauer beschreiben, wie ihr gearbeitet habt? Wie war die Arbeit vor Ort im Depot, die Arbeit mit Licht und Technik?
Die Modelle der Bühnen sind sehr groß, wahnsinnig detailreich und dementsprechend gut verpackt. Es brauchte teilweise große körperliche Mühe diese aus den Archiven freizulegen und für die Kamera erreichbar zu machen. Es war fast wie eine Ausgrabung, bei der es viel technisches Knowhow bedarf. Als dann endlich die Bühnenb vor uns lagen, kam das der Hebung eines archäologischen Schatzes gleich, der bestaunt werden musste. Aber erst mit dem Setzen des Lichtes, wurden die Bühnen lebendig. Dabei orientierten wir uns grundsätzlich an den originalen Lichtkompositionen, die wir teilweise modernen Sehweisen anglichen. Dann schritt ich mit der Kamera wie ein Riese durch die Szenen, ging auf die Suche nach Kompositionen, die zu den Stücken passten und versuchte Details rauszuarbeiten. Dafür nutzte ich fotografische Tricks wie u.a. Unschärfe, abfallendes Licht für die Hintergründe, kontrastreiches Licht und perspektivische Staffelung der Bildebenen. Das Resultat: Neue und unbekannte Bildwelten von Bühnen, die vielen regulären Gästen der Festspiele bisher verschlossen blieben und neuen Fans einen Einblick in die kreative und verrückte Geschichte der Bühnenbilder eröffnet.
Über Jan von Holleben
Jan von Holleben arbeitet als Fotograf und Autor und hat bereits über 20 Kinder- und Künstlerbücher veröffentlicht. Seine Arbeiten sind international in der Werbung und in zahlreichen Magazinen zu sehen.
Kuratorinnen: Laura Ettel, Miriam Marzura, Leica Galerie Wien
Projektleitung Bregenzer Festspiele: Susanna Boehm
Assistenz: Sascha Nuber