Personal Perspectives
© Fulvio Bugani
50 Jahre Leica Galerien
Die Leica Galerie Wetzlar präsentiert vom 26.6. bis zum 20.9.2026 die Ausstellung Personal Perspectives. 50 Fotografien für 50 Jahre Leica Galerien und feiert die eigene Geschichte der Leica Galerien.
Bedeutende Bilder, große Namen, überraschende Entdeckungen: Die Jubiläumsausstellung Personal Perspectives in der Leica Galerie Wetzlar zeigt Geschichte und Geschichten. In Kooperation mit den weltweit tätigen Leica Galeristinnen und Galeristen ist eine spannende und vielseitige Ausstellung zusammengestellt worden – mit vielen Leica Klassikern und ebenso vielen Neuentdeckungen.
©Ragnar Axelsson
Mit der Eröffnung der ersten Leica Galerie am Unternehmensstandort in Wetzlar vor 50 Jahren legte das Unternehmen den Grundstein für sein kulturelles Engagement, dessen Erfolgskonzept bis heute fortgeführt wird. Ab April 1976 gab es in Wetzlar im Foyer des damaligen Leica Verwaltungsgebäudes einen ersten Ausstellungsbereich. International folgten in den nächsten Jahrzehnten weitere Standorte, von New York City über Prag und Frankfurt am Main bis Tokio. Eine besondere Wegmarke sollte die Eröffnung der Leica Galerie in Salzburg 2008 durch Karin Rehn-Kaufmann werden. Denn in der Folgezeit begann mit ihrem Engagement als Generalbevollmächtigte der Leica Galerien der rasche Aufbau des internationalen Netzwerks, zu dem heute 28 Galerien zählen. Tendenz: weiter steigend.
Mit rund 150 Ausstellungen jährlich meistern die Galerien die Gratwanderung zwischen der Präsentation aktueller Fotografie und der von Ikonen der Vergangenheit. Wer in den aktuellen Leica Galerienkalender schaut, wird die Vielfalt des fotografischen Mediums entdecken können. Leica Galerien stehen für herausragende Bilder, den kulturellen Dialog und die Förderung der Fotografie. Sie verstehen sich als Orte der Begegnung, der Reflexion und des Austauschs – zwischen Fotografierenden und einem internationalen Publikum – und geben Raum für visuelle Erzählungen, die historische, politische und soziale Themen aufgreifen und zur Diskussion anregen. Damit stehen sie seit einem halben Jahrhundert für fotografische Exzellenz und die Vielfalt der Fotografie. Grund genug für die Leica Camera AG, diese fünf Jahrzehnte zu feiern.
Wir sprachen mit Karin Rehn-Kaufmann über ihre Erfahrungen und Pläne.
Haben Sie alle Leica Galerien persönlich besuchen können?
Fast. Leider fehlen mir zwei Leica Galerien in Australien: Melbourne und Sidney. Für mich ist die Vorstellung, 24 Stunden im Flugzeug zu sitzen, ein Graus, deswegen habe ich es bisher vermieden. Vorgenommen habe ich mir einen Besuch für das nächste Jahr. Aber ansonsten kenne ich glücklicherweise alle Galeriestandorte.
Gibt es besonders berührende Geschichten, an die Sie gern zurückdenken?
Auch hier sind es immer wieder die Menschen, ob Fotografen, Besucher oder Sammler, die mich mit ihren Geschichten berühren. Es freut mich, dass die Galerien als Orte der Besinnung, des Zur-Ruhe-Kommens, des Fokussierens, der Begegnung und vor allem der Bildung wahrgenommen werden. Was gibt es Schöneres, wenn man Derartiges von seinen Kunden hören darf.
© Jürgen Schadeberg
Was ist für Ihre Galerietätigkeit besonders prägend und bereichernd?
Es sind so viele schöne, interessante Begegnungen mit so verschiedenen Fotografenpersönlichkeiten. Immer wieder faszinieren mich der persönliche Einsatz, der so unterschiedliche Fokus der Fotografinnen und Fotografen, ihr Mut und die Kraft, ihren Ideen, ihren Visionen treu zu bleiben und sich in den Dienst der Fotografie zu stellen. Und auch die über die Welt verteilten Leica Galeristinnen und Galeristen sind alle, auf ihre Weise und in ihrem speziellen Land, etwas Besonderes.
Gibt es Wünsche für diese Orte?
Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Leica Galerien weiterhin mutig bleiben – offen für neue Stimmen, Perspektiven und Formate. Dass sie Stätten bleiben, an denen Vielfalt sichtbar wird und an denen Fotografie als universelle Sprache Brücken baut, Grenzen, Sprachen und politische Meinungen überwindet. Gleichzeitig hoffe ich, dass sie junge Talente fördern, internationale Kooperationen ausbauen und auch auf dem allgemeinen Kunst- und Fotomarkt eine nicht überhörbare Stimme erhalten.
Was wird sich in der Zukunft ändern? Wo liegen die größten Herausforderungen und Hoffnungen?
In den kommenden Jahrzehnten wird sich vieles verändern. Die Fotografie wird durch künstliche Intelligenz, neue Bildtechnologien und veränderte Sehgewohnheiten weiter transformiert werden. Die größte Herausforderung wird darin liegen, Authentizität in einer Zeit zu bewahren, in der Bilder immer leichter manipulierbar sind. Gleichzeitig liegt darin auch eine Chance: Der Wunsch nach echten, glaubwürdigen Geschichten wird wachsen. Meine Hoffnung ist, dass die Leica Galerien auch in Zukunft Orte bleiben, die Menschen berühren, zum Nachdenken anregen und inspirieren. Orte, an denen Fotografie nicht nur betrachtet, sondern auch gefühlt wird. Wenn sie diese emotionale Kraft bewahren, werden sie auch in den nächsten Jahrzehnten ein lebendiger Bestandteil der Kulturarbeit als Kompass, als Begegnungsraum und als Quelle neuer Visionen bleiben.
©Alex Webb