Peggy Kleiber

Ausstellung im Photoforum Pasquart in Biel

21/08/2025
people at the train station b&w

Peggy Kleiber fotografierte über Jahrzehnte das, was andere oft übersahen – den Alltag, das Familiäre, das Politische im Persönlichen. Ihre Leica M3 war ihr stiller Begleiter. Eine Hommage an eine wiederentdeckte Stimme der Fotografie. Die Ausstellung ist vom 21. September bis zum 30. November 2025 im Photoforum Pasquart in Biel zu sehen. 

 

Es gibt Kameras, die mehr sind als nur Werkzeuge. Sie werden zu vertrauten Begleitern, zu einem Teil der eigenen Wahrnehmung. Für Peggy Kleiber war ihre Leica M3 genau das. Über Jahrzehnte hinweg war sie das Auge, durch das Kleiber die Welt betrachtete. Mit ihr hielt sie fest, was sonst leicht verloren gegangen wäre.

Peggy Kleiber wurde 1940 in Moutier geboren und wuchs in einer grossen, kulturinteressierten Familie auf. Sie wurde Lehrerin, lebte über vierzig Jahre in Biel und fotografierte nebenher. Nicht für eine Karriere, nicht für den Markt, sondern aus einem inneren Bedürfnis heraus. Entstanden ist ein beeindruckendes Archiv mit rund 15’000 Negativen, das erst nach ihrem Tod im Jahr 2015 wiederentdeckt wurde.

Im Mittelpunkt ihres Werks steht die Familie. Ihre Bilder erzählen von Alltag, von Festen, Gesten und Blicken. Von Kindern beim Spielen, von Grossmüttern beim Zuhören, von den kleinen Dingen, die oft übersehen werden. Für Kleiber war die Familie ein soziales Archiv, ein Ort, an dem sich Geschichte verdichtet. Ihre Leica M3 erlaubte ihr, sich leise und aufmerksam in diese Situationen einzufügen. Kein Blitz, keine Inszenierung, kein Aufhebens. Nur der Moment und das Vertrauen in die Kamera.

Mit derselben Offenheit fotografierte sie in ihrer zweiten Heimat Italien, besonders in Rom und Sizilien. Auch auf Reisen nach Prag, Mexiko oder New York war die Leica stets dabei. Was ihre Bilder verbindet, ist nicht das Sujet, sondern die Haltung. Peggy Kleiber war nah, ohne aufdringlich zu sein. Sie sah, was viele nicht sehen wollten. Und sie hielt fest, was zu verschwinden drohte.

 

 

Im Herbst 2025 zeigt das Photoforum Pasquart in Biel erstmals eine umfassende Retrospektive ihres Werks. Die Ausstellung erscheint anlässlich ihres zehnten Todesjahres und wird von einer Publikation begleitet. Sie macht sichtbar, was eine Fotografin schaffen kann, wenn sie mit stiller Konsequenz dem eigenen Blick vertraut. Und sie erinnert daran, welche Rolle eine Kamera spielen kann, wenn sie über Jahre hinweg zur Begleiterin wird.

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