Die Leica Galerie München präsentiert vom 24. Juli bis 24. Oktober 2026 die Ausstellung „Zwischen Stadt und Stille – Fotografien von Kit Young“. Gezeigt werden analoge Schwarzweißarbeiten des britischen Fotografen Kit Young, die urbane Dynamik und kontemplative Ruhe in einen eindrucksvollen Dialog setzen.
Kit Youngs Werk bewegt sich zwischen dem flüchtigen Rhythmus der Straße und der stillen Weite der Landschaft. Seine Aufnahmen aus Metropolen wie Paris, New York und Venedig verdichten beiläufige Momente des Stadtlebens zu Bildern von großer atmosphärischer Kraft. Ihnen gegenüber stehen reduzierte Landschaftsaufnahmen aus Schottland und Wales, in denen Licht, Raum und feine Tonabstufungen eine beinahe meditative Wirkung entfalten.
Im Zentrum von Youngs fotografischer Praxis steht die analoge Arbeit als bewusster, entschleunigter Prozess. Für ihn endet Fotografie nicht mit dem Auslösen der Kamera. Vielmehr beginnt mit dem Negativ ein weiterer, ebenso wesentlicher Teil der Bildwerdung: die konzentrierte Arbeit in der Dunkelkammer. Dort werden die Aufnahmen geprüft, interpretiert und in handwerklicher Präzision zu Silbergelatine-Abzügen ausgearbeitet. So entstehen Bilder, die nicht nur aufgenommen, sondern Schritt für Schritt geformt werden.
Young arbeitet intuitiv und ohne vorgefasste Bildidee. Serien entstehen bei ihm nicht aus einem festen Konzept, sondern offenbaren sich mit der Zeit. Oft geht er viele Stunden durch Städte oder Landschaften, aufmerksam für Linien, Formen, Tonwerte und jene flüchtigen Konstellationen, die nur für einen Moment sichtbar sind. Ebenso wichtig wie das Fotografieren selbst ist für ihn die spätere Auseinandersetzung mit den Kontaktbögen. Manche Motive zeigen sich erst nach wiederholtem Betrachten über Wochen, Monate oder Jahre hinweg. Diese Geduld prägt die stille Intensität seiner Arbeiten.
Starke Kontraste, Spiegelungen und bewusst eingesetzte Unschärfen verleihen den Fotografien einen traumhaften Charakter. Zugleich führen präzise Kompositionen den Blick auf das Wesentliche: auf Übergänge, Andeutungen und stille Spannungen zwischen Bewegung und Innehalten. Young interessiert sich dabei für das feine Wechselspiel zwischen Wirklichkeit und Imagination. Seine Bilder dokumentieren nicht nur Orte, sondern öffnen Bildräume, in denen das Sichtbare eine poetische, beinahe entrückte Qualität erhält.
Alle gezeigten Silbergelatine-Abzüge wurden von Kit Young eigens für die Ausstellung in seiner Dunkelkammer handgefertigt. Damit wird die enge Verbindung von fotografischem Sehen und meisterhaftem Printprozess sichtbar. Für Young sind Fotografieren und Printen zwei eigenständige, sich gegenseitig ergänzende Disziplinen: das intuitive Erfassen des Moments mit der Kamera und die präzise, methodische Arbeit im Labor. Im Zusammenspiel von Licht, Film, Chemie und Papier findet seine Bildsprache ihre unverwechselbare Form.
Über den Künstler
Geboren 1984, begann Kit Young seine fotografische Laufbahn im Jahr 2009, als er nach Frankreich zog und sich einer Pariser Fotografengruppe um Gérard Moulin anschloss. Dort vertiefte er seine Auseinandersetzung mit analoger Fotografie und perfektionierte die Kunst des Dunkelkammerprints. Die vier Ränder des Negativs bilden für ihn stets den Bezugsrahmen – als ehrliches Zeugnis dessen, was er gesehen hat. Kit Youngs Arbeiten werden international in Ausstellungen gezeigt und in Monografien veröffentlicht.
Zitate
„Ich betrachte mich selbst als Fotograf und als Printer. Der Fotograf in mir ist spontan und instinktiv, der Printer methodisch und meditativ. Beide eint die Neugier und die Freude am Experiment – ohne Angst vor Fehlern.“
„Die Dunkelkammer ist für mich der Ort, an dem ein Negativ seine menschliche Sicht findet.“
Die Ausstellung „Zwischen Stadt und Stille – Fotografien von Kit Young“ ist vom 24. Juli bis 24. Oktober 2026 in der Leica Galerie München, Maffeistraße 4, 80333 München, zu sehen. Der Eintritt ist frei.
50 Jahre Leica Galerien
Seit 50 Jahren sind Leica Galerien weltweit mehr als reine Ausstellungsräume. Sie sind Orte der Imagination des Dialogs und der Begegnung. Von der ersten Leica Galerie in Wetzlar 1976 wächst bis heute ein globales Netzwerk internationaler Leica Galerien über Kontinente hinweg, verbunden durch die Überzeugung, dass Bilder Menschen bewegen und Perspektiven verändern können. Leica Galerien feiern die Kunst des Sehens und die Kraft der Fotografie. Sie vereinen seit einem halben Jahrhundert Kulturen, Generationen und Geschichten über Grenzen hinweg und stärken das Verständnis, dass wahre Fotografie zeitlos ist und Sehen eine universelle Sprache bleibt.
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Über Leica Camera
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Die Leica Camera AG mit Sitz in Wetzlar (Deutschland) und einem zweiten Produktionsstandort in Vila Nova de Famalicão (Portugal) verfügt über ein weltweites Netzwerk eigener Vertriebsgesellschaften mit über 120 Leica Stores.
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