Reiner Holzemer – Zuhören als filmische Haltung
Seit Jahrzehnten nähert sich der deutsche Dokumentarfilmregisseur Künstlerinnen und Künstlern mit einer seltenen Haltung: geduldig, respektvoll und mit echtem Interesse am Menschen hinter dem Werk. Seine Filme entstehen aus Nähe und Vertrauen, aus Gesprächen statt Inszenierung. Holzemer sucht nicht nach schnellen Antworten, sondern nach Wahrhaftigkeit. So entstehen Porträts, die bleiben – weil sie Raum lassen für Zweifel, Stille und Tiefe. Seine Arbeit ist eine Einladung, genauer hinzusehen und sich Zeit zu nehmen für das, was wirklich zählt.
Seit über vier Jahrzehnten porträtiert der deutsche Dokumentarfilmregisseur international renommierte Künstler – immer mit großer Zurückhaltung und einem feinen Gespür für Zwischentöne. Seine Filme „Dries“ und „Martin Margiela In His Own Words“ wurden weltweit gezeigt, in über 64 Länder verkauft und von Kritik wie Publikum gefeiert. Der Hollywood Reporter kürte seinen Margiela-Film 2020 zur besten Modedokumentation des Jahrzehnts.
Holzemers Stärke liegt im Zuhören. Er drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern schafft Räume, in denen seine Protagonisten sich öffnen können. Genau diese Haltung prägt seine Filme, die intensives Zuhören und Hinsehen erfahrbar machen.
Leica Cine 1 – Bilder intensiv erleben, wie sie gemeint sind
Die Verbindung zum Leica Cine 1 liegt dabei auf der Hand. Denn ein Film verlangt nach einer Projektion, die dem Bild gerecht wird. Der Leica Cine 1 bringt das Kino nach Hause – mit jener Bildtiefe, Präzision und emotionalen Präsenz, die auch ein Dokumentarfilm selbst verkörpert.
So wird aus einem Film und dem Cine 1 eine Einheit: Das Erzählen großer Geschichten – und das Erleben dieser Geschichten in ihrer ganzen Intensität.
Wie Reiner Holzemer Bilder denkt, warum Projektion für ihn ein zentraler Teil des filmischen Erlebens ist und welche Rolle der Leica Cine 1 dabei spielt, erzählt der Regisseur im folgenden Interview.
Das Interview
Leica: Erinnerst Du Dich an den Moment, in dem Du wusstest: „Ich will Filme machen“? Was hat Dich damals am Film besonders fasziniert?
Reiner Holzemer: In meiner Kindheit hatte ich einen Freund, dessen Tante Kinokarten verkaufte. Dadurch konnten wir immer umsonst ins Kino gehen und die Filme mehrmals anschauen. Das hat mich so fasziniert, dass Ich mit 10 Jahren wusste, eines Tages will ich Kino machen. Das Kino als Traumwelt, das hat mich damals fasziniert.
Leica: Was begeistert Dich heute noch am meisten daran, mit Bildern, Licht und Ton Geschichten zu erzählen?
Reiner Holzemer: Am meisten begeistert mich die Frage, wie ich eine Geschichte so erzählen kann, dass die Zuschauer komplett in meinen Film eintauchen können und so die Welt um sie herum vergessen können. Als Dokumentarfilmer bekomme Ich exklusive Einblicke in Welten, die der Zuschauer selbst niemals betreten kann. Es geht darum, diesen exklusiven Blick mit anderen zu teilen. Der Umgang mit Bildern, Licht und Ton ist dabei das notwendige Handwerkszeug.
Leica: Gibt es für Dich einen magischen Moment im Filmemachen – vielleicht beim Dreh oder im Schnitt –, der Dich jedes Mal aufs Neue fesselt?
Reiner Holzemer: Ja, unbedingt, es ist der Moment, wenn meine Protagonisten vergessen, dass sie von mir und meiner Kamera gefilmt werden und plötzlich wieder ganz bei sich sind.
Leica: Ultra-Kurzdistanz-Projektoren ermöglichen immersives Kinoerlebnis für Zuhause. Welche künftige Rolle siehst du für Heimkinoprojektoren, insbesondere in Bezug auf Immersion und die emotionale Intensität des Filmerlebnisses im Eigenheim?
Reiner Holzemer: Ich glaube, dass die Projektoren die Flachbildfernseher zunehmend ersetzen werden. Die Menschen sehnen sich nach immersiven und emotionalen Filmerlebnissen auch im Heimkino. Die neuen Projektoren brauchen wenig Platz und projizieren mit großartiger Bildqualität aus kürzester Distanz.
Leica: Was war/ist für dich beim Ansehen Deiner Filmergebnisse via der Laser-Projektion der prägendste Unterschied in Bezug auf Bildkomposition, Raumwirkung und Atmosphäre – verglichen mit einem klassischen TV-Gerät?
Reiner Holzemer: Am meisten hat mich die Bildqualität des Laser Projektors begeistert. Selbst ohne Abdunkelung des Raumes war das Bild hervorragend. Ich konnte alle Details des Bildes erkennen, ohne Lichtreflektionen auf der Leinwand. Das Bild war hochwertig mit einem hervorragenden Kontrastverhältnis und einer angenehmen Bildschärfe.
Leica: Als Filmemacher für die große Kinoleinwand: Wie würdest du das emotionale Erleben im Kino mit dem Seherlebnis über den Cine 1 im privaten Umfeld vergleichen?
Reiner Holzemer: Ich muss zugeben, dass ich ein absoluter Kinofan bin. Es ist einfach ein riesiger Unterschied, ob ich einen Film auf einer großen Kinoleinwand sehe, gemeinsam mit hunderten von fremden Menschen, die die gleichen Emotionen teilen, oder ob ich zuhause allein schaue. Aber, wenn Ich einen Film im Kino verpasst habe oder wenn Ich mir einen Film, den Ich schon im Kino gesehen habe, zuhause noch einmal ansehen möchte, dann ist der Cine 1 für mich genau das einzige Gerät, mit dem Ich dem Kinoerlebnis am nächsten komme.
Über Reiner Holzemer - Deutscher Regisseur:
Reiner Holzemer ist seit 1983 als Dokumentarfilmregisseur tätig. Die Porträts von international renommierten Künstlern, vor allem aus den Bereichen Fotografie und Mode, bilden den Schwerpunkt seiner bisherigen Arbeit.
Seine Filme DRIES, der den Modedesigner Dries Van Noten porträtiert, und MARTIN MARGIELA IN HIS OWN WORDS wurden auf zahlreichen Filmfestivals weltweit gezeigt und in über 64 Länder verkauft.
Im Jahr 2020 wählte der HOLLYWOOD REPORTER Reiner Holzemers Film über Martin Margiela zur besten Modedokumentation des Jahrzehnts.