Blick für das Unscheinbare
«Ich will Momente bewusst erleben und fotografiere intuitiv.»
Marcel Meier
Er geht durch Tokio, fernab der ikonischen Gebäude. Eine Fassade, ein Schatten, ein Übergang – und plötzlich ein Ausschnitt. Für Marcel Meier beginnt Fotografie genau dort – im Unscheinbaren. Und dafür hat er die Leica Q3 43 umgehängt.
Die stille Kraft des Unauffälligen
Japan vereint Gegensätze. Tradition und Gegenwart existieren nicht nebeneinander, sondern ineinander. Genau dieses Spannungsfeld prägt Marcel Meiers Foto-Projekt «Japan 43». Er richtet seinen Blick bewusst nicht auf bekannten Motiven. Ihn interessieren unscheinbare Strassenzüge, architektonische Übergänge und zufällige Entdeckungen.
«Mich fasziniert zum Beispiel, wie traditionelle Elemente in moderne Architektur integriert werden.» Seine Bilder sind ruhig, fast zurückhaltend. Sie drängen sich nicht auf. Stattdessen öffnen sie sich langsam – im zweiten Blick. Linien, Materialien und Strukturen beginnen zu wirken, wenn man ihnen Zeit gibt. Diese Art zu sehen ist kein Zufall. Sie entsteht aus einer klaren Haltung – und unterstützt durch eine Kamera, die genau diese Reduktion fordert.
Intuition statt Planung
Vor seiner Reise nach Japan hatte Marcel einige Ideen und Vorstellungen wie und was er in Japan fotografieren möchte. Schlussendlich sind die Bilder aber spontan aus dem jeweiligen Moment entstanden. «Von den finalen Bildern war kein einziges im Voraus geplant.» Er bewegt sich durch die Städte ohne konkretes Ziel. Er reagiert auf Situationen, auf Licht, Räume, und lässt sich von seiner Intuition und Neugierde treiben. «Ich will festhalten, was ich in dem Moment sehe und empfinde.»
Dabei ist auch das Weglassen zentral. «Wenn Licht oder Komposition nicht stimmen, mache ich oft auch kein Bild und betrachte einen möglichen Shot nur durch den Sucher.» Diese Konsequenz ist Teil seines fotografischen Denkens. Weniger auslösen, dafür bewusster sehen. Genau hier entfaltet die Leica Q3 43 ihre Stärke: Sie drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern unterstützt diesen intuitiven Prozess. Ein Werkzeug, welches sowohl im Gewicht wie auch in der Handhabung reduziert ist – und gerade deshalb Raum lässt für den Moment.
43 Millimeter als Entscheidung
Die gesamte Serie entstand mit der Leica Q3 43. Eine bewusste Entscheidung für eine feste Perspektive. «Die 43 mm verlangen extrem viel Intuition.» Ohne Zoom oder Weitwinkel muss man sich mehr bewegen, den Raum verstehen, Distanzen fühlen, die Perspektive aktiv suchen. Gerade in der Architekturfotografie ist das anspruchsvoll. Doch genau darin liegt die Stärke dieser Arbeitsweise. «Die Einschränkung macht mich schlussendlich freier und schafft schnellere Entscheidungen.»
Die Kamera wird so nicht zur Erweiterung von Möglichkeiten, sondern zur Fokussierung. Sie schärft den Blick und verändert, wie man sich bewegt und entdeckt. Diese Reduktion ist kein Limit – sie ist Methode.
Marcel Meier
Marcel Meiers Weg zur Fotografie begann als Projektleiter eines premium Warenhauses, wo er gestalterische Konzepte im Bereich Visual Merchandising und Ladenbau entwarf und umsetzte. Fotografie war zunächst ein Werkzeug zur Dokumentation. «Ich habe immer viel fotografiert – und irgendwann gemerkt, dass ich die Fotografie ins Zentrum meines Schaffens stellen will.»
Heute arbeitet er als Berufsfotograf im Bereich Architektur und Interior Design. «Alles, was statisch ist, interessiert mich.» Diese Spezialisierung prägt seinen Blick. Räume werden nicht nur dokumentiert, sondern verstanden. Und genau dieses Verständnis übersetzt sich in Bilder, die ruhig sind – und dennoch voller Spannung.
Kamera als Begleiter
Für Marcel ist die Leica Q3 43 mehr als nur eine Kamera. «Es ist ein Stück qualitatives Handwerk. Es macht jedes Mal Freude, mit ihr zu arbeiten » Diese physische Qualität beeinflusst den gesamten Prozess. Die Kamera wird nicht zur technischen Hürde, sondern zum natürlichen Bestandteil der Bewegung.
«Ich wollte eine Kamera, die einfach ist und Spass macht.» Was als bewusste Entscheidung für ein persönliches Projekt begann, wird immer mehr Teil seines fotografischen Alltags. Vor allem aber braucht er die Q3 43 für das freie Arbeiten ohne Druck, wie in Japan. «Die Leica begleitet, ohne zu dominieren. Und genau darin liegt ihre Stärke».
Japan als Erfahrung
Die Reise nach Japan entstand spontan. Eine kurzfristige Entscheidung, grob vorbereitet – und bewusst offengelassen. «Die besten Bilder sind entstanden, als wir ohne vorgefertigten Plan durch die Strassen gezogen sind.» Was Marcel besonders beeindruckt hat, ist die Haltung zum Detail. „Einerseits ist es beeindruckend, wie sauber die öffentliche Infrastruktur und generell die Städte sind. Zum andern mit welcher Hingabe und Präzision die japanische Bevölkerung Ihrer Arbeit nachgeht und diese mit Würde und Stolz ausübt.
Diese Präzision als auch die Wertschätzung und Erhalt alter Traditionen widerspiegelt sich auch in der Architektur. Klassische und moderne Elemente verschmelzen zu einer Einheit, die sowohl strukturiert als auch lebendig wirkt. Tokio beschreibt er als faszinierend und intensiv. Andere Orte als ruhiger, poetischer. Wenn er heute seine Bilder betrachtet, ist dieses Gefühl, welches er während der Aufnahme hatte, sofort wieder da: «Wenn ich die Bilder anschaue, fühle ich den Moment wieder. Dies ist das Ziel meiner freien Fotografie. Sie ist wie ein visuelles Tagebuch, durch das ich an einen beliebigen Ort zurückreisen - und Moment und die Erinnerungen daran immer wieder erleben kann.»
Fazit von Marcel Meier mit der Leica Q3 43
„Japan 43“ zeigt keine klassische Architekturfotografie. Es ist eine Arbeit über Wahrnehmung. Über das Vertrauen in Intuition. Über Reduktion als Stärke. Und über die Fähigkeit, im Unscheinbaren das Wesentliche zu erkennen.
Die Leica Q3 43 ist dabei die stille Begleiterin – und genau deshalb ist sie entscheidend. Sie ermöglicht einen Prozess, in dem weniger Technik und mehr Wahrnehmung im Zentrum stehen. Oder, wie Marcel Meier es selbst sagt: «Die Bilder sind nicht gemacht – sie sind gefunden.»