Eine Ode an das Leben - die Reise mit der Leica MP
Zur Geburt unserer Tochter hat mir meine Frau vor 10 Jahren eine Leica MP geschenkt. Im Augenblick des ersten Atemzugs entstand das erste Bild. Sinnbildlich für alles, was zuhause, auf Reisen, in den Bergen folgen würde, ist es für mich bis heute eine Ode an das Leben, an die Zuversicht und an die Liebe
Mike Wicki
Leica M bedeutet für mich Aufmerksamkeit für den Moment.
Die Photographie berührte mich immer schon auf eine besondere Weise. Mit vierzehn Jahren arbeitete ich in den Sommerferien in einem Kühlhaus. Mit dem ersten Lohn erwarb ich eine Kamera. Viele Jahre gehörten die Spiegelreflex und Kodak Gold 200 Filme zu meinen ständigen Begleitern.
Als ich dann Mitte 20 bei einem Lawinenabgang verschüttet wurde, spürte ich die Fragilität des Lebens am eigenen Leib. Dankbar, überlebt zu haben, begann ich mich mit dem Leben auseinanderzusetzen – nicht um mir das Leben, mit Hartmut Rosa zu sprechen, in Reichweite zu bringen oder es zu kontrollieren, sondern um mich mit dem Leben und seiner Unverfügbarkeit anzufreunden. Vielleicht hatte ich dadurch das starke Gefühl, dass ich mich dem Flüchtigen, dem Essenziellen nur mit Film und einer tiefen Sorgfalt wirklich annähern konnte. Das brachte mich vor fast 20 Jahren zu Leica. Leica M Kameras und die wunderbaren Objektive waren bei vielen der denkwürdigsten Momente seit den 1950er Jahren dabei. Das merkte ich schnell. Sie haben eine Aura. Ich erinnere mich daher genau an den Augenblick, als ich zum ersten Mal eine Leica M3 in meinen Händen hielt. Meine Leica M3.
Es geht mir nicht so sehr darum, zu erzählen, was ich gemacht habe, sondern darum, ein Gefühl zu schaffen, wer wir füreinander waren und vielleicht immer noch sind.
Mike Wicki