Street Photography zwischen Morgendunst und Maßkrügen
Das Oktoberfest in 28mm
Die meisten Menschen kennen das Oktoberfest vor allem durch Klischees: überquellende Bierkrüge, Blaskapellen und Menschenmengen, die bis spät in die Nacht mitsingen. Doch als Fotograf Teo Crawford noch vor der offiziellen Öffnung auf der Münchner Theresienwiese ankommt, begegnet ihm ein völlig anderes Bild. „Wir fangen in der ganz ruhigen Phase an, bevor überhaupt etwas losgeht“, erinnert er sich. „Das ist sicherlich nicht die Art von Party-Energie, die man erwarten würde.“
Fotograf Teo Crawford dokumentierte das Oktoberfest in München mit der Leica Q3 und nutzte ihr festes 28-mm-Objektiv, das neigbare Display und die intuitive Bedienung, um stille Momente, Menschenmengen und die Bewegung des Volksfestes festzuhalten.
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Ich suche nicht nach perfekten Bildern. Ich suche nach Momenten, die etwas in mir auslösen.
Teo Crawford
Mehr als Bier und Blasmusik
Die erste Lektion des Oktoberfests offenbart sich schnell: Das Fest ist nicht einfach eine einzelne Veranstaltung, sondern eine temporäre Stadt.
In München nennt man das Oktoberfest schlicht die „Wiesn“. Als größtes Volksfest der Welt prägt es die bayerische Kultur bereits seit dem Jahr 1810. Für etwas mehr als zwei Wochen im Jahr verwandelt sich die sonst offene Theresienwiese in eine eigene Welt: Mehr als ein Dutzend gewaltiger Festzelte wachsen aus dem Boden, viele von ihnen mit jahrzehntelanger, manche sogar jahrhundertealter Tradition. Jedes Zelt besitzt seinen eigenen Charakter, seine eigene Geschichte, Stammgäste, Architektur und Atmosphäre.
Je lebendiger der Ort wurde, desto mehr stieg auch Crawfords Energie: „Es hat viel mehr Spaß gemacht zu fotografieren, wenn alle da sind, wenn der Ort lebendig ist, wenn etwas los ist.“
Mit dem neigbaren Display der Leica Q3 fotografierte Teo aus niedrigen, unauffälligen Blickwinkeln – „einem Blickwinkel, der nicht meiner Augenhöhe entspricht“. Für ihn beginnt ein starkes Foto mit einem interessanten Motiv und faszinierendem Licht. Wenn beides nicht nach Plan auftaucht, setzt er auf Experimentierfreude: „Hab ein bisschen mehr Mut, einfach Dinge auszuprobieren. Es ist okay, verschwommene Fotos zu haben, körnige Fotos. Fotos müssen nicht perfekt sein.“
Was kann man von Teo Crawfords Ansatz lernen?
Warum lohnt es sich, früh auf dem Gelände zu sein?
Die besten Bilder entstehen nicht immer dann, wenn das Oktoberfest am vollsten ist. Wer früh kommt, erlebt eine völlig andere Stimmung: Nebel über der Wiesn, leere Wege, erste Lichtstimmungen und ruhige Momente vor dem Trubel. Diese Szenen erzählen oft genauso viel über den Ort wie die Menschenmassen später am Tag.
Wie können Bewegung und Perspektive ein Bild interessanter machen?
Statt jede Szene gestochen scharf einzufrieren, kann leichte Bewegungsunschärfe die Energie und Dynamik des Moments sichtbar machen. Gleichzeitig lohnt es sich, mit niedrigen Kamerapositionen zu experimentieren. Eine ungewohnte Perspektive schafft oft spannendere Kompositionen und lässt Betrachter tiefer in die Szene eintauchen.
Wie erzählt man mehr als nur ein Motiv?
Teo wartet nicht auf das perfekte Bild, sondern fotografiert, sobald etwas seine Aufmerksamkeit weckt. Dabei hilft das 28-mm-Objektiv der Leica Q3: Es ermöglicht Nähe zum Motiv und zeigt gleichzeitig die Umgebung. So entstehen Bilder, die nicht nur Menschen festhalten, sondern auch die Atmosphäre und den Kontext eines Moments sichtbar machen.
Teos Setup für die Wiesn
Bereit, bevor der Moment verschwindet
Für Teo muss eine Kamera in der Hand verschwinden: schnell, intuitiv und selbstverständlich Teil des Alltags. Sie soll kein Hindernis zwischen Fotograf und Motiv sein, sondern den kreativen Prozess unterstützen. Genau deshalb passte die Leica Q3 zu seinem Ansatz auf dem Oktoberfest. „Ich schätze die Flexibilität, die eine Alltags-Kamera mit sich bringt, sehr. Man kann alles dokumentieren, was im Leben passiert, ohne sich zu sehr vom Gerät ablenken zu lassen.“
Diese Philosophie prägt auch seine Arbeitsweise. Statt lange über Technik nachzudenken, konzentriert sich Teo auf das, was vor ihm passiert. Er reagiert spontan auf Licht, Gesten und Situationen, immer auf der Suche nach Bildern, die ein Gefühl transportieren, statt nur einen Moment festzuhalten.
Mit einer Verschlusszeit von 1/50 fängt Teo die Bewegungsunschärfe der Fahrgeschäfte ein und nähert sich damit dem markanten Filmlook mit 25 Bildern pro Sekunde. Fahrgeschäfte werden zu farbigen Lichtspuren, Menschenmengen zu dynamischen Formen.
Abseits der Wiesn ist er tief in der analogen Fotografie verwurzelt, fotografiert mit Vintage-Spiegelreflexkameras und entdeckt auch die Leica M6 mit Entfernungsmesser für sich. Was er bei jeder Kamera sucht, ist Reibungslosigkeit: ein Werkzeug, das Intuition ermöglicht, den Moment nicht unterbricht und vor allem Freude macht. „Man kann einfach niemanden schlagen, der Spaß hat.“
Teos Q3 Settings auf dem Oktoberfest
Verschlusszeit: 1/50 Sekunde
Bewegungsunschärfe bei Fahrgeschäften und Menschenmengen
Perspektive: niedrige Blickwinkel über das neigbare Display
unauffällig, intuitiv, experimentell
Ich integriere Fotografie gerne in meinen Alltag. So kann man alles festhalten, was gerade passiert, ohne sich zu sehr vom Werkzeug in der Hand ablenken zu lassen.
Teo Crawford
Über Teo
Teo Crawford ist Fotograf und Filmemacher, der seine Arbeiten und Gedanken zur Fotografie mit einer engagierten Community auf YouTube teilt. Aus Leidenschaft für die analoge Fotografie nimmt er einen Großteil seiner persönlichen Arbeiten auf Film mit Vintage-Spiegelreflexkameras auf und ist bekannt für seine nachdenklichen Videos über Kameras, Kreativität und den fotografischen Prozess – von tiefgehenden Erkundungen legendärer Marken bis hin zu ehrlichen Reflexionen über seine eigene Entwicklung als Fotograf. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht eine einfache Überzeugung: Das beste Werkzeug ist das, das keinen Widerstand leistet. Die Ausrüstung ist niemals das Ziel, sondern das Mittel. Teo ist überzeugt, dass Spaß und Freude am Prozess die wichtigsten Faktoren sind – gute Fotografie ist dabei die unvermeidliche Folge. Eine Philosophie, die er immer wieder unter Beweis gestellt hat – sei es beim Fotografieren mit einer jahrzehntealten Filmkamera oder beim Dokumentieren des Alltags mit dem, was gerade in seine Tasche passt.
Sein Besuch auf dem Oktoberfest mit der Leica Q3 markierte seine erste Zusammenarbeit mit Leica – ein Projekt, das zustande kam, kurz nachdem er für seinen eigenen Kanal die Geschichte der Marke erkundet, den Leica M6-Messsucherkamera ausprobiert und den Hauptsitz in Wetzlar besucht hatte.
Häufige Fragen zum Fotografieren auf dem Oktoberfest mit der Leica Q3
| Ist die Leica Q3 für das Oktoberfest geeignet? Ja, die Leica Q3 eignet sich hervorragend für das Oktoberfest. Dank ihres kompakten Formats lässt sie sich den ganzen Tag bequem mitführen, während das 28-mm-Objektiv sowohl weite Szenen als auch spontane Street-Photography-Momente ermöglicht. So kann man mitten im Geschehen fotografieren, ohne von der Ausrüstung ausgebremst zu werden. |
| Welche Brennweite nutzt die Leica Q3? Die Leica Q3 besitzt ein fest verbautes 28-mm-Objektiv. Die Weitwinkel-Brennweite eignet sich besonders, um Menschenmengen, Fahrgeschäfte und die Atmosphäre der Wiesn einzufangen und gleichzeitig nah an den Motiven zu bleiben. |
| Welche Verschlusszeit nutzte Teo Crawford für Bewegungsunschärfe? Teo Crawford fotografierte unter anderem mit einer Verschlusszeit von 1/50 Sekunde. Dadurch werden Bewegungen sichtbar und Bilder wirken dynamischer. Der Effekt erinnert an die natürliche Bewegungsunschärfe klassischer Filmaufnahmen. |
| Wie fotografiert man unauffällig auf dem Oktoberfest? Unauffällige Aufnahmen gelingen mit einer kompakten Kamera, ruhigen Bewegungen und natürlichen Perspektiven. Teo Crawford nutzte das neigbare Display der Leica Q3, um aus niedrigen Blickwinkeln zu fotografieren, ohne die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zu ziehen. Die Stände der Schausteller können zusätzlich Deckung bieten. |
| Was macht gute Oktoberfest-Fotografie aus? Gute Oktoberfest-Fotografie lebt von interessanten Motiven, besonderem Licht und authentischen Momenten. Oft sind es nicht die großen Ereignisse, sondern kleine Gesten, ungewöhnliche Perspektiven oder unerwartete Lichtstimmungen, die starke Bilder entstehen lassen. |
| Wann ist die beste Zeit zum Fotografieren auf dem Oktoberfest? Viele der interessantesten Bilder entstehen morgens oder in den Randzeiten des Tages. Genauso reizvoll kann die Nacht sein: Sobald die Fahrgeschäfte, Buden und Festzelte in vollem Licht erstrahlen, entstehen völlig andere Bildwelten. Lichter spiegeln sich auf Oberflächen, Farben werden intensiver und durch Gegenlicht können bewusst Bloom-Effekte, Lens Flares oder Light Leaks genutzt werden, um den Bildern einen atmosphärischen Charakter zu verleihen. |