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Leica Awards

Eine Hommage an herausragende Fotografen
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Preisträger Leica Hall Of Fame Award

Der Leica Hall of Fame Award steht in der Tradition früherer Auszeichnungen, die die Leica Camera AG ins Leben gerufen hat, um Fotografen zu ehren. Ausgezeichnet werden Fotografen, die sich um die Marke Leica oder um das Genre Fotografie besonders verdient gemacht haben. Der Preis wird in unregelmäßigen Abständen ohne Ausschreibung oder Jury-Entscheidung verliehen.

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LHOF Winner 2021_Ralph Gibson
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Photographers honored with the Leica Hall of Fame Award

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2021

Ralph Gibson

„Ich wollte nie die Wirklichkeit nachahmen, die Fotografie soll abstrahieren, über die Wirklichkeit hinausgehen, sie in einen anderen Zusammenhang stellen.“

 Seine klare, präzise Bildsprache ist einzigartig. Abstrakte, surreal-metaphysische Aspekte sind dabei typisch. In mehr als sechzig Jahren entstand mit den verschiedensten Leica Kameras ein faszinierendes, dichtes Werk aus Einzelmotiven, Serien und Bildbänden. Beeinflusst von Dorothea Lange und Robert Frank, denen er in den 1960er-Jahren assistierte, entwickelte Gibson (*1939) durch seine Begegnungen mit dem europäischen Film, der Literatur und der Musik eine persönliche Ästhetik, die auf starken Kontrasten, grafischer Präzision und visueller Suggestion basiert. Sein Werk hat er in zahlreichen Bildbänden veröffentlicht, neben seiner Arbeit als Fotograf wurde Gibson auch als Verleger ein wichtiger Förderer künstlerischer Fotografie.

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2019

Walter Vogel

„Ein Foto muss etwas Magisches an sich haben. Erst diese besondere Atmosphäre lässt den Betrachter vor dem Bild verweilen.“

Das Themenrepertoire ist vielfältig, sein Stil dabei unverwechselbar. Ob als Milieuchronisten des Ruhrgebiets, weltgewandten Reisefotografen, begeisterten Zirkusgänger, nachtschwärmerischen Travestiefotografen oder aber genussvollen Espressoliebhaber: Immer erkennt man den Chronisten seiner Zeit, den klassischen Bildreporter, der mit erfahrenem Blick und perfekter Präzision in mehr als fünf Jahrzehnten unvergessliche Bildmotive geschaffen hat. Mit seiner von Authentizität, Präzision und manchmal auch sublimem Humor geprägten Bildsprache gehört Vogel (*1932) zu den großen deutschen Leica Fotografen des analogen Zeitalters.

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2018

Jürgen Schadeberg

„Fotografie ist Geschichte. Es gibt bestimmte Momente, die wir nicht wahrnehmen, bevor wir sie nicht fotografieren.“

Ob die Aufnahme der singenden Miriam Makeba oder das Bild Nelson Mandelas, der durch die Gitterstäbe seiner ehemaligen Gefängniszelle blickt: Der Fotograf (1931–2020) fotografierte in Südafrika zahlreiche, heute legendäre Bildikonen. Als Bildjournalist und Vertreter der Life Photography war er im besten Sinne ein Humanist. Immer ist er den von ihm porträtierten Menschen mit Sympathie und Respekt begegnet, gleich welcher Nationalität oder Hautfarbe. In Berlin geboren, zog es den Fotografen 1950 nach Südafrika. Nicht zuletzt durch seine Arbeit für das Magazin Drum wurde er zum Chronisten einer Epoche, bis er 1964 Südafrika verlassen musste. Erst 1985 kehrte er zurück und fotografierte bis 2007 sein zweites Südafrika-Kapitel.

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2018

Bruce Davidson

„Ich sehe mich nicht als Dokumentarfotografen – Dokumentarfotografie meint, dass du dich raushältst, dass du nicht mit im Bild bist, dass du nur aufzeichnest. Ich bin im Bild, aber ich bin nicht das Bild.“

Er ist einer der bedeutendsten amerikanischen Fotografen (*1933), viele seiner Aufnahmen haben Geschichte geschrieben. Sein Blick ist unbestechlich: kritisch, sensibel, empathisch und immer respektvoll gegenüber den von ihm porträtierten Menschen. Mit leidenschaftlicher Hingabe hat sich Davidson, der heute in New York lebt, auf die Themen und die Protagonisten seiner Geschichten eingelassen, oft begleitete er sie über lange Zeiträume hinweg. Gekennzeichnet durch die persönliche Sicht des Fotografen, vermitteln seine Arbeiten so stets auch eine moralische Haltung, die sein Werk weit über einen reinen Dokumentarismus hinaushebt.

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2017

Gianni Berengo Gardin

„Ich lebe durch meine Fotografie. Sie war meine eigentliche Ausbildung. Fotografie läuft durch meine Adern. Sie gibt mir den Antrieb und die Ausdauer weiterzumachen.“

Er ist einer der wichtigsten und bekanntesten italienischen Fotografen des 20. Jahrhunderts. Dem heute in Mailand lebenden Berengo Gardin (*1930) ist es immer wieder gelungen, die Balance zwischen tagesaktueller Situationsbeschreibung und dem Moment der Zeitlosigkeit zu finden. Die Aufnahmen sind von einer besonderen Subtilität geprägt, von einem Hauch Melancholie, gepaart mit Ironie und charmantem Witz. Seine Bildkompositionen erscheinen auf den ersten Blick einfach, dem Augenblick geschuldet. Doch sein besonderer Stil besteht eben genau darin, die Welt in scheinbar spontanen Momenten festzuhalten, die Zeit ein wenig anzuhalten, allerdings immer in perfekt gestalteten Kompositionen.

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2016

Joel Meyerowitz

„Wenn ich die Kamera in meiner Hand halte, denke ich oft, dass sie wie eine Wünschelrute ist. Sie führt mich! Denn, wenn ich sie bei mir habe, ist sie für mich wie die Lizenz zum Sehen.“

Er gehört zu den renommiertesten Vertretern der amerikanischen Street und Colour Photography. Wie kaum einem anderen gelingt es dem Fotografen (*1938) immer wieder, aus dem überbordenden Gewirr des Alltags überraschende und oft sehr kuriose Momente herauszupräparieren. „Ich denke, dass alles, was du auf der Straße siehst, ein Geschenk ist. Aber du bekommst es nur, wenn du auch jeden Tag hinausgehst.“ Vor allem in seiner Heimatstadt New York City, aber auch in verschiedenen Ländern und vor allem in vielen Städten entstanden bekannte Aufnahmen, die bis heute zu den unverwechselbaren Werken des Fotografen gehören.

Joel Meyerowitz wurde 2016 in die Leica Hall of Fame berufen. Der Preis wurde ihm persönlich im folgenden Jahr überreicht.

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2015

Ara Güler

„Ein guter Fotograf muss die Menschen lieben. Fotografie ist ein Mittel der Aufzeichnung, sie muss erzählen, und du musst etwas daraus schließen können. Das macht Fotografie attraktiv.“

Bis heute gilt er als das „Auge Istanbuls“. Im Laufe eines halben Jahrhunderts hat der Fotograf (1928–2018) zwar die ganze Welt bereist, doch Istanbul war seine wirkliche große fotografische Leidenschaft. Dort wurde er geboren und dort lebte und arbeitete er die meiste Zeit seines Lebens. Wie kein anderer hat Güler seit den 1950er-Jahren das lebendige Straßenleben, den Trubel der Großstadt, aber auch das verborgene Alltagsleben der Bewohner dieser Metropole am Bosporus mit seiner Leica dokumentiert und in atmosphärisch dichten Aufnahmen komponiert. Güler wurde dabei auch der Chronist der rasanten, nicht immer menschenfreundlichen Veränderungen seiner Heimatstadt.

Ara Güler wurde 2015 in die Leica Hall of Fame berufen. Der Preis wurde ihm persönlich im folgenden Jahr überreicht.

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2014

Thomas Hoepker

„Ich möchte versuchen, mit meinen Bildern zu provozieren, ohne Sensationen künstlich zu schaffen und ohne die Wahrheit zu entstellen.“

Bescheiden hat sich der Fotograf (*1936) immer als Auftragsfotograf verstanden. Als einer, der sich für nichts Geringeres interessiert als für die Wirklichkeit, für die Wahrhaftigkeit des Augenblicks. Ab 1959 arbeitete er für internationale Magazine und Jahrbücher, reiste für die Zeitschrift Kristall mehrere Monate durch die USA und realisierte 1966 seine legendäre Reportage Champ über Muhammad Ali. Ab 1964 war er fester Mitarbeiter des Stern, dessen Bildsprache er nachhaltig beeinflusste – ab Ende der 1980er war er auch Art-Direktor des Magazins. 1989 wurde er Vollmitglied der Agentur Magnum, von 2003 bis 2007 war er ihr Präsident. Mit seiner präzisen Bildgestaltung, seinen dichten Bildaussagen und seinem feinen visuellen Gespür hat Hoepker den deutschen Bildjournalismus geprägt wie kaum ein anderer.

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2013

René Burri

„Ich wollte mit meiner Neugierde, die mich in die Welt hinausführte, die Welt fotografisch verstehen und die Umbrüche der Geschichte vermitteln. Mehr kann ich als Fotograf nicht machen.”

Voller Neugier und Offenheit gegenüber anderen Kulturen, Lebensweisen oder politischen Einstellungen hat sich der Schweizer Fotograf (1933–2014) durch die Welt bewegt. Ob journalistische Bildreportage oder sensationelles Einzelbild, sensibles Künstlerporträt oder faszinierende Architekturstudie: Immer gelang es dem Fotografen und Mitglied der Bildagentur Magnum über die politische, soziale oder historische Nachricht des Bildes eine zeitlose Dimension zu legen. So ist die im Gebäude des Gesundheitsministeriums in Rio de Janeiro entstandene Aufnahme nicht nur eine perfekte Licht- und Schattenkomposition, sondern reflektiert en passant auch gesellschaftliche Rollenbilder.

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2012

Nick Út

„Jedes Mal, wenn ich einen Auftrag annehme, suche ich nach einer Geschichte.“

Nach dem Tod seines Bruders übernahm er dessen Kameras und begann als Bildjournalist in Vietnam zu arbeiten. Es entstanden zahlreiche Bilder und Reportagen, doch vor allem eines der berühmtesten Kriegsbilder aller Zeiten ist untrennbar mit dem Fotografen (*1951) verbunden. Es entstand am 8. Juni 1972 und zeigt vietnamesische Opfer auf der Flucht, wenige Minuten nach dem Abwurf von Napalmbomben, im Zentrum die schreiende Kim Phuc. Das Leica Bild ging um die Welt, machte den Fotografen weltberühmt. Aber auch das schwerverletzte Mädchen wurde gerettet, und beide verbindet eine lebenslange Freundschaft. Nach dem Ende des Vietnamkrieges floh Nick Út in die USA und nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an.

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2012

Barbara Klemm

„Alles, was ich kann, habe ich durch das Leben gelernt. Ich habe mich immer verausgabt und versucht, das Beste zu geben.“

Sie ist eine präzise Chronistin der Zeit. Ihre Aufnahmen sind eine Dokumentation wesentlicher Momente, die unser fotografisches Gedächtnis geprägt haben. Seit 1959 war die Fotografin (*1939) bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung tätig, von 1970 bis Ende 2004 als fest angestellte Redaktionsfotografin mit den Schwerpunkten Politik und Feuilleton. Ob Studentenrevolte, Kalter Krieg und Mauerfall oder die Ära Kohl und das moderne Deutschland – Barbara Klemm machte das entsprechende Bild dazu. Darüber hinaus war sie in der ganzen Welt unterwegs und hat mit ihren Reisefotografien das Leben und den Alltag der Menschen in sensiblen Aufnahmen festgehalten.

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2011

Steve McCurry

„Die meisten meiner Bilder widmen sich Menschen. Ich suche den ungeschützten Augenblick, wenn sich das Wesen der Seele und die Erfahrung einer Person auf dem Gesicht zeigen. Ich versuche zu vermitteln, wie es ist, diese Person zu sein.“

Der amerikanische Fotograf (*1950) ist seit mehr als 40 Jahren eine der berühmtesten Stimmen in der zeitgenössischen Fotografie. Neben seinen Reportagen und vielen Magazin- und Buchcovern hat er über ein Dutzend Bücher publiziert, und unzählige Ausstellungen auf der ganzen Welt waren seinem Werk gewidmet. Es umfasst Kriegsreportagen, verschwindende Kulturen, alte Traditionen und zeitgenössischen Kultur gleichermaßen – doch immer bewahrt er sich das menschliche Maß. Im Jahr 1986 wurde McCurry Vollmitglied der Bildagentur Magnum.