Ein neuen Kapitel Beginnt
Auflösung von 5,76 Millionen Pixeln. Größe von 0,5 Zoll. Vergrößerung von 0,76x. Wovon ist hier die Rede? Von Eigenschaften, die für die M-Reihe mit dem berühmten Messsucher bislang völlig undenkbar waren. Nun ist sie auch mit einem integrierten elektronischen Sucher (EVF) erhältlich. Diese Ikone der Fotografie entwickelt sich weiter – eine Metamorphose, die dennoch die Werte und Wurzeln von Leica respektiert und neue Perspektiven eröffnet.
„Als ich die M EV1 vor einigen Wochen in die Hand nahm, dachte ich sofort an ein fotografisches Thema: die Uhrmacherei“, erklärt der Genfer Fotograf gleich zu Beginn. Aber nicht irgendeine Uhrmacherei. Sondern jene, bei der die Hand des Menschen noch den Unterschied macht, die eine Seele besitzt und die das Streben nach Exzellenz so weit wie möglich treibt, indem sie sich Tag für Tag fragt, wie man das, was gestern schon perfekt schien, heute noch verbessern kann. „Denn für mich folgt diese Weiterentwicklung der M exakt derselben Philosophie.“
Niels Ackermann
So besuchte Niels Ackermann die Ateliers einer Marke, die sich Kenner mittlerweile aus den Händen reißen: Akrivia. Rexhep Rexhepi, ihr junger Gründer, und seine Mitarbeiter fertigen dort mit Geduld Stücke der (sehr) hohen Uhrmacherkunst. Der Fotograf schlüpfte zwischen ihre Werkbänke, um die Gesten dieser Kunsthandwerker, die unzähligen, teils winzigen Teile und das Entstehen durch ihre meisterlichen Hände festzuhalten.
„Die Bildqualität des 60-Megapixel-Sensors ist wirklich unglaublich! Und in Kombination mit den Leica-Objektiven wird die elektronische Sichtweise zur absolut logischen Wahl. Man kann den Fokus mit einer bisher unerreichten Präzision überprüfen, genau wissen, wie das endgültige Bild aussehen wird, und die Einstellungen kontrollieren, ohne das Auge vom Sucher zu nehmen. Der elektronische Sucher eröffnet zudem völlig neue Möglichkeiten: Ich konnte mit dem Leica Macro-Adapter M Makroaufnahmen machen. Damit hätte ich bei einer Leica M nicht gerechnet!“, schwärmt der Dreissigjährige.
Niels Ackermann
Die Ergonomie des Gehäuses, von Generationen von Nutzern geschätzt, bleibt den Codes des Hauses treu. Selbst der berühmte Bildfeldwähler hat seinen Platz behalten. Er ermöglicht nun auch die einfache Steuerung neuer Funktionen, wie etwa der Fokusassistenten.
„Indem dieses Gerät dem kompakten Design einer Leica M treu bleibt, passen Kamera und mehrere Objektive in eine sehr kleine Tasche. Das ist der Traum eines jeden Reporters. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich ein hundertjähriges Unternehmen neu erfindet und seine Zukunft aufbaut, während es seinen Ursprüngen und seiner Geschichte treu bleibt. Ganz ähnlich wie manche Uhrmacher.“
Niels Ackermann
Biografie
Niels Ackermann (geboren 1987) ist ein Schweizer Dokumentarfotograf. Er arbeitet für die internationale Presse und verschiedene Institutionen. Einen großen Teil seiner Arbeit widmet er der Ukraine, die er seit 2009 dokumentiert und in der er von 2015 bis 2019 lebte. Drei Bücher sind aus seinen fotografischen Recherchen entstanden: Der weiße Engel (2016) über die post-Tschernobyl-Jugend; Looking for Lenin (2017), das die Dekommunisierung des Landes dokumentiert; und New York, Ukraine (2021), das das Leben einer Stadt an der Frontlinie beschreibt. Seine Bilder, veröffentlicht u. a. in The New York Times, Le Monde oder Libération, wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem Swiss Press Photo Award und dem Rémi Ochlik-Preis, und in zahlreichen Ländern ausgestellt. Ackermann ist Mitbegründer der Agentur Lundi13, Politikwissenschaftler und lebt und arbeitet heute in Genf.